Wie Bürger und Gemeinden gemeinsam profitieren:
Windräder polarisieren.
Viele Menschen sehen in Windkraftanlagen das Rückgrat der Energiewende und die Lösung zur unabhängigen Energieversorgung.
Andere fürchten sich eher um den Blick in die Landschaft, sinkende Immobilienwerte oder einen schwindenden Tourismus.
All diese Meinungen und Einwände nehmen wir ernst.
Aber: Wer genau hinschaut, erkennt, dass Windkrafträder viel mehr sind als Technik am Horizont.
- Eine Windkraftanlage bringt regelmäßige Einnahmen – nicht den Konzernen, sondern den Bürgern und der Gemeinde.
- Sie bringt Projekte auf den Weg – mit dem Ziel, die Region langfristig zu stärken.
- Sie kann Bürger einbinden – nicht nur als Zaungäste, sondern als Teilhaber mit regelmäßigen Einnahmen.
Stellen Sie sich vor, Ihre Gemeinde nutzt diese natürliche und unerschöpfliche Ressource Wind und schafft damit saubere Energie und neue Perspektiven für alle vor Ort.
Wie wäre es, wenn eine Windkraftanlage nicht nur Strom liefert, sondern auch Geld in die Gemeindekasse spült oder den Strom für alle günstiger macht?
Klingt gut?
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, welche Beteiligungsmodelle Gemeinden und Bürger bei Windkraftprojekten aktiv einbinden – und wie Windkraft vom Streitpunkt zum Gemeinschaftsprojekt werden kann.
Denn: Windkraft ist längst nicht mehr nur eine Sache großer Energiekonzerne. Immer mehr Kommunen setzen auf echte Teilhabe – und schaffen damit Akzeptanz, Identifikation und Mehrwert direkt vor Ort.
Wie genau das aussieht? Wir zeigen drei Modelle mit echten Praxisbeispielen.
1. Bürgerbeteiligung: Miteigentum statt Zaungast
Das Prinzip ist einfach: Menschen vor Ort schließen sich zusammen und investieren gemeinsam in Windkraft – zum Beispiel über
- eine Energiegenossenschaft,
- eine GmbH,
- oder eine Kooperation mit der Kommune.
Der Vorteil:
Die Gewinne aus dem Verkauf des Windstroms bleiben in der Region. Das stärkt nicht nur die Akzeptanz, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl.
Wer mitfinanziert, darf mitentscheiden – und mitverdienen. Bürgerenergieprojekte ermöglichen echte Teilhabe statt nur stiller Zustimmung.
Praxisbeispiele:
- In Reußenköge (Schleswig-Holstein) betreiben Landwirte und Anwohner einen Bürgerwindpark. Die Gemeinde profitiert von Gewerbesteuereinnahmen, und alle beteiligten Bürger erhalten jährliche Ausschüttungen.
- Die Genossenschaft Neue Energien West eG in Bayern vereint rund 1800 Bürgerinnen und Bürger aus 23 Gemeinden, die gemeinsam in Wind- und Solaranlagen investieren. Ergebnis: Wertschöpfung, die da bleibt, wo sie entsteht.
2. Gemeindeabgabe: Der Wind zahlt mit
Windkraft kann nicht nur saubere Energie liefern, sondern auch kommunale Haushalte spürbar stärken. Seit 2021 erlaubt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), dass Betreiber freiwillig bis zu 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde an die Standortgemeinde zahlen.
Was auf den ersten Blick wenig klingt, summiert sich schnell:
- Eine moderne Windkraftanlage bringt mehrere zehntausend Euro pro Jahr.
- Ein Windpark mit mehreren Anlagen erreicht leicht sechsstellige Beträge.
Das Besondere:
Das Geld darf zweckgebunden für lokale Projekte eingesetzt werden – zum Beispiel für:
- neue Kita-Plätze,
- Radwege oder Bürgerbusse,
- Sanierung der Grundschule,
- Klimaschutzprojekte,
- oder einfach Spielraum im Haushalt, der sonst fehlt.
Praxisbeispiele:
- In Rheinland-Pfalz konnten einige Gemeinden aufgrund der Einnahmen nicht nur die Grundsteuer deutlich senken, sondern auch Kita-Plätze kostenlos anbieten.
- Andere haben jetzt das nötige Geld, um in Spielplätze, öffentliche Anlagen, Dorfgemeinschaftshäuser oder digitale Infrastruktur zu investieren – Projekte, die Bürgern jeden Alters zugutekommen.
3. Anwohnerstrom: Wer in der Nähe wohnt, spart mit
Wer mit dem Wind lebt, soll auch vom Wind profitieren.
Beim Modell des Anwohnerstroms erhalten Haushalte im Umkreis eines Windparks vergünstigte Stromtarife – oft 10 bis 20 % günstiger als der örtliche Tarif. Kein Bonus, keine Werbeaktion – sondern ein konkreter Ausgleich für eine konkrete Nähe.
Praxisbeispiele:
- In Schleswig-Holstein bieten Bürgerwindparks in Kooperation mit Stadtwerken spezielle „Windstromtarife“ an.
- Auch in Baden-Württemberg profitieren Anwohner direkt vom erzeugten Windstrom.
Warum Beteiligung Vertrauen schafft
Ob als Miteigentümer, durch Einnahmen für die Gemeindekasse oder über günstigere Stromtarife – Beteiligungsmodelle sorgen dafür, dass die Energiewende nicht gegen die Menschen, sondern mit ihnen gestaltet wird.
Sie schaffen:
- Transparenz,
- Vertrauen,
- und ein echtes Gefühl von Teilhabe.
Statt nur zuzusehen, wie Windräder errichtet werden, können Bürgerinnen und Bürger aktiv mitgestalten – oder sogar mitverdienen.
Natürlich braucht es dafür faire Rahmenbedingungen, offene Kommunikation und auch etwas Geduld. Doch das Ergebnis lohnt sich: für das Klima, die Kommune und das Miteinander.
Wie geht es konkret weiter?
Wer sich als Kommune oder Bürger für Beteiligung interessiert, muss keine Vorkenntnisse in der Energiewirtschaft mitbringen – aber braucht einen Partner, der zuhört, erklärt und einbindet.
Die ALTUS renewables GmbH begleitet diesen Prozess Schritt für Schritt:
- Wir sprechen mit Gemeindevertretern, hören zu und klären auf.
- Wir zeigen Beteiligungsmodelle auf, die rechtlich und wirtschaftlich tragfähig sind.
- Wir binden Bürgerinnen und Bürger ein – mit Informationsabenden, Beteiligungsangeboten und offener Kommunikation.
- Wir entwickeln maßgeschneiderte Konzepte, die wirklich zur Region passen.
Das Ziel:
Am Ende sollen nicht nur Windräder dastehen – sondern auch neue Möglichkeiten. Für Familien, für Vereine, für die Infrastruktur – und für ein Stück mehr Unabhängigkeit.
Fazit: Windkraft wird zum Gemeinschaftsprojekt
Windkraft ist weit mehr als Technik.
Beteiligungsmodelle zeigen, wie soziale, wirtschaftliche und ökologische Vorteile miteinander verbunden werden können – wenn alle die Chance zur Mitgestaltung erhalten.
Windkraft ist kein Projekt von außen – sie kann etwas sein, das von innen wächst.
Wenn Menschen beteiligt werden, entstehen neue Perspektiven. Für die Energie. Für die Region. Für das Miteinander.
Und genau da setzt ALTUS an:
Mit durchdachten Beteiligungskonzepten und offenem Dialog mit Gemeinden und Bürgern. Damit aus Wind nicht nur Energie entsteht – sondern auch Zukunft für alle.
Oft gestellte Fragen
Werden die Kosten der 0,2-Cent-Kommunalabgabe auf den Strompreis umgelegt?
Nein. Die finanzielle Beteiligung der Kommunen nach § 6 EEG erfolgt direkt aus den Erträgen des Betreibers. Es ist gesetzlich untersagt, diese Kosten über Netzentgelte oder Stromtarife an Endverbraucher weiterzugeben. Die Gemeinde generiert Einnahmen für den Haushalt, ohne die Stromkosten der Bürger vor Ort zu belasten.
Ab welcher Summe ist eine private Beteiligung an Energiegenossenschaften möglich?
Die Einstiegshürden sind bewusst niedrig. Bei vielen Energiegenossenschaften können Bürger bereits mit Anteilen zwischen 100 € und 500 € Mitglied werden. Dieses Modell fördert eine breite Teilhabe der lokalen Bevölkerung und verhindert, dass Windkraftprojekte exklusive Investments für Großanleger bleiben.
Erhalten Nachbargemeinden eine Entschädigung, wenn Windräder an der Grenze stehen?
Ja. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz sieht eine faire Aufteilung vor. Die Kommunalabgabe von 0,2 Cent pro Kilowattstunde wird anteilig an alle Gemeinden ausgeschüttet, deren Gebiet in einem Umkreis von 2.500 Metern um die Turmmitte liegt. So bleibt die Wertschöpfung in der gesamten betroffenen Region.
Welche Vorteile bietet ein Bürgerwindpark für die Infrastruktur?
Durch die Gewerbesteuer und die freiwillige Kommunalabgabe entstehen zweckgebundene Mittel für die lokale Infrastruktur. Gemeinden nutzen dieses Geld für die Sanierung von Schulen, den Bau von Radwegen oder die Förderung von Vereinen. Die Windkraft wird somit zum Motor für Projekte, die ohne diese Zusatzeinnahmen oft nicht finanzierbar wären.